Ruhestand in Spanien: Kompletter Leitfaden für europäische Rentner

Rentnerehepaar genießt Kaffee auf einer sonnigen Terrasse mit Blick auf die Mittelmeerküste in Spanien

Warum Spanien Europas Ruhestandsziel Nr. 1 ist

Jedes Jahr treffen Hunderttausende europäische Rentner dieselbe Entscheidung: verkaufen, das Nötigste packen und in den Süden ziehen. Spanien ist seit Jahrzehnten das beliebteste Ruhestandsziel der Europäer, und 2026 ändert sich daran nichts. Die Gründe liegen für jeden Besucher auf der Hand — die praktischen Details des Umzugs hingegen nicht.

Dieser Leitfaden richtet sich gezielt an europäische Rentner. Nicht an Digitalnomaden, nicht an Investoren, nicht an junge Familien. Wenn Sie im Ruhestand sind oder kurz davor und Spanien in Erwägung ziehen, finden Sie hier alles: wie Ihre Rente länderübergreifend funktioniert, welches Land Sie besteuert, wie Sie ins Gesundheitssystem kommen, wo Sie wohnen sollten und was es wirklich kostet.

Die Zahlen

Schätzungsweise leben über 500 000 britische Rentner in Spanien (viele vor dem Brexit eingewandert), dazu über 200 000 Deutsche, 100 000 Skandinavier sowie zehntausende Niederländer, Franzosen, Belgier und andere Europäer im Ruhestand. Allein die Provinz Alicante hat mehr ausländische Einwohner über 65 als manche europäische Stadt insgesamt Einwohner zählt.

Warum? Dreihundert Sonnentage im Jahr. Lebenshaltungskosten 40–60 % unter Nordeuropa. Exzellente Gesundheitsversorgung. Gutes Essen. Entspanntes Lebenstempo. Und entscheidend — eine etablierte Infrastruktur an Expat-Gemeinschaften, sodass Sie nicht allein dastehen.

Gesundheitsversorgung für Rentner in Spanien

Das ist die wichtigste Sorge der Rentner — und das zu Recht. Die gute Nachricht: Spaniens Gesundheitssystem zählt zu den besten Europas. Die Frage ist, wie Sie Zugang bekommen.

Das S1-Formular: Ihr Schlüssel zum spanischen öffentlichen Gesundheitssystem

Wenn Sie EU/EWR-Staatsrentner sind, ist das S1-Formular (früher E121) Ihr wichtigstes Dokument. Es wird vom rentenzahlenden Land ausgestellt und teilt Spanien mit: „Wir übernehmen die Gesundheitskosten dieser Person." Sie registrieren es bei Ihrem örtlichen INSS-Büro (Instituto Nacional de la Seguridad Social) in Spanien und erhalten eine spanische Gesundheitskarte (tarjeta sanitaria) mit vollem Zugang zum öffentlichen System.

So funktioniert es:

  • Beantragen Sie das S1 vor dem Umzug bei der Renten-/Gesundheitsbehörde Ihres Heimatlandes (in Deutschland Krankenkasse bzw. DVKA)
  • Melden Sie sich in Ihrem örtlichen Gesundheitszentrum (centro de salud) in Spanien mit S1, NIE, Empadronamiento und Reisepass an
  • Ihnen wird ein Hausarzt (médico de cabecera) zugewiesen, Sie haben Zugang zum gesamten öffentlichen System
  • Ihr Heimatland erstattet Spanien Ihre Gesundheitskosten — Sie zahlen nichts

Wichtig: Das S1 funktioniert nur, wenn Sie eine staatliche Rente beziehen. Wer früh in den Ruhestand geht und noch keine staatliche Rente erhält, braucht eine private Versicherung bis zum Rentenbeginn.

Convenio Especial: Einzahlen ins spanische System

Wenn Sie kein S1 erhalten (z. B. weil Sie noch keine staatliche Rente bekommen oder Ihr Land kein S1-Abkommen hat), bietet Spanien das convenio especial — ein freiwilliges Abonnement im öffentlichen Gesundheitssystem. 2026 kostet das rund 60 €/Monat für unter 65-Jährige und 157 €/Monat für 65+. Damit haben Sie vollen Zugang zum öffentlichen System.

Private Krankenversicherung

Viele Rentner kombinieren öffentliche Versorgung mit einer privaten Police. Private Versicherung kostet in Spanien 50–200 €/Monat je nach Alter und Leistungen. Die wichtigsten Anbieter sind Sanitas, Adeslas und Asisa. Vorteile: kürzere Wartezeiten bei Fachärzten, englischsprachige Ärzte in Expat-Gebieten, private Krankenhauszimmer. Eine Warnung: Privatversicherung wird ab 70 deutlich teurer, und manche Versicherer nehmen keine Neukunden über 75 mehr auf.

Rentenbesteuerung: Welches Land besteuert Sie?

Hier wird es kompliziert — und hier ist professionelle Beratung unverzichtbar. Das Grundprinzip:

Die allgemeine Regel

Werden Sie steuerlicher Resident in Spanien (mehr als 183 Tage pro Jahr), darf Spanien Ihr weltweites Einkommen besteuern. Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Spanien und Ihrem Heimatland verhindern, dass dasselbe Einkommen doppelt besteuert wird.

Staatliche vs. private Renten

Die meisten DBA unterscheiden:

  • Beamtenpensionen/Staatsdienst: Werden meist NUR im zahlenden Land besteuert. Wer Lehrer, Polizist oder Beamter war, dessen Pension wird typischerweise im Heimatland besteuert, nicht in Spanien.
  • Private/betriebliche Renten: Werden meist NUR im Wohnsitzland besteuert — also Spanien, wenn Sie dort dauerhaft leben.
  • Gesetzliche Altersrenten: Regeln variieren nach DBA. In vielen Fällen werden staatliche Renten im Wohnsitzland (Spanien) besteuert, manche DBA weisen das Besteuerungsrecht aber dem zahlenden Staat zu.

Kritischer Punkt: Jedes DBA mit Spanien ist anders. Eine deutsche Beamtenpension wird anders behandelt als eine niederländische AOW, die wiederum anders als eine schwedische Staatsrente. Sie MÜSSEN das konkrete DBA zwischen Ihrem Land und Spanien prüfen.

Spanische Einkommensteuer für Rentner

Spaniens Einkommensteuer (IRPF) ist progressiv:

Zu versteuerndes EinkommenSteuersatz
Bis 12 450 €19 %
12 450 € – 20 200 €24 %
20 200 € – 35 200 €30 %
35 200 € – 60 000 €37 %
60 000 € – 300 000 €45 %
Über 300 000 €47 %

Persönliche Freibeträge mindern jedoch die Bemessungsgrundlage. Für über 65-Jährige gibt es zusätzlich 1 150 € Freibetrag. Für über 75-Jährige weitere 1 400 €. Zusammen mit dem allgemeinen Grundfreibetrag von 5 550 € bleibt einem alleinstehenden Rentner über 65 mindestens 6 700 € steuerfrei.

Rat: Engagieren Sie einen spanischen Steuerberater (asesor fiscal), spezialisiert auf Expat-Besteuerung. Das ist keine Option — das ist Pflicht. Rechnen Sie mit 200–500 € für die Jahreserklärung. Diese Kosten sind vernachlässigbar gegenüber den Fehlern, die Sie sonst machen würden.

Beste Regionen für Rentner

Nicht jede Ecke Spaniens passt gleich gut für Rentner. Die besten Ruhestandsorte kombinieren erschwingliches Leben, gute Gesundheitsversorgung, etablierte Expat-Gemeinschaften, milde Winter und praktische Infrastruktur. Die Top-Auswahl:

Torrevieja und Orihuela Costa (Provinz Alicante)

Die unbestrittene Hauptstadt des europäischen Ruhestands in Spanien. Torrevieja und die umliegende Orihuela Costa (La Zenia, Villamartín, Playa Flamenca, Cabo Roig) haben die höchste Konzentration europäischer Rentner im Land. Gründe: sehr günstige Immobilien (Wohnungen ab 80 000–120 000 €), Salzseen mit angeblich gesundheitsfördernder Wirkung, mehrere internationale Kliniken, Supermärkte mit nordeuropäischen Produkten und eine riesige etablierte Gemeinschaft. Englisch, Deutsch und skandinavische Sprachen werden weit verbreitet gesprochen. Der Nachteil: In den Spitzengebieten fühlt es sich eher wie eine britische oder skandinavische Enklave an als wie Spanien. Wer authentische spanische Kultur sucht, sollte etwas weiter ins Landesinnere schauen.

Benidorm

Nicht abwinken. Hinter den Hochhäusern und Pauschalreisenden hat Benidorm eine lebendige Rentnergemeinschaft. Vorteile: hervorragender ÖPNV (einschließlich TRAM nach Alicante), Krankenhaus, ebene Promenaden zum Spazierengehen, mildes, von Bergen geschütztes Mikroklima, Unterhaltung ganzjährig und Immobilien von Budget-Wohnungen (90 000 €) bis Luxus am Strand (300 000 €+). Viele kommen für den Winter und bleiben dauerhaft.

Fuengirola und Benalmádena (Costa del Sol)

Das Rentnerherz der Costa del Sol. Fuengirola hat eine große skandinavische, britische und finnische Gemeinschaft. Die Region Málaga bietet exzellente Gesundheitsversorgung (großes Universitätskrankenhaus), einen internationalen Flughafen mit ganzjährigen Verbindungen und etwas wärmere Winter als die Costa Blanca. Immobilien sind etwas teurer als in Torrevieja, aber nach nordeuropäischen Maßstäben weiterhin günstig — Zwei-Schlafzimmer-Wohnungen ab 150 000 €.

Jávea (Xàbia)

Eine gehobenere Rentnerwahl. Jávea zieht Rentner mit größerem Budget an, die ein ruhigeres, kultivierteres Umfeld suchen. Schöne Landschaft, ausgezeichnete Restaurants, kultivierte internationale Gemeinschaft und geringe Bebauungsdichte. Wohnungen ab 200 000 €, Villen ab 350 000 €. Weniger Massentourismus, mehr „mediterranes Dorfleben". Der Kompromiss: weniger preiswerte Angebote und weiter weg vom Großflughafen (Alicante 90 Minuten).

Weitere beliebte Orte

Calpe, Moraira, Altea (Costa Blanca Nord — ruhiger, spanischer); Nerja, Mijas, Estepona (Costa del Sol — vielfältiger Charakter); Mazarrón, Águilas (Costa Cálida — sehr günstig, weniger Expat-Infrastruktur).

Lebenshaltungskosten im Ruhestand

Die entscheidende Frage: Kann man von einer europäischen Rente in Spanien gut leben? Für die meisten nordeuropäischen Rentner ist die Antwort ein klares Ja.

Monatsbudget für ein Rentnerpaar (2026)

PositionBudget (€)Komfort (€)Premium (€)
Miete / Hypothek5007001 000
Lebensmittel300400500
Restaurants / Unterhaltung150300500
Nebenkosten (Strom, Wasser, Internet)180250350
Gesundheit (private Zusatzversicherung)0120250
Transport (Auto + Kraftstoff)100200300
Sonstiges100200300
GESAMT1 3302 1703 200

Wer schuldenfrei wohnt (wie viele Rentner nach dem Verkauf einer Immobilie in Nordeuropa), kann die Mietzeile streichen — ein Paar an der Costa Blanca lebt dann komfortabel mit 1 200–1 500 €/Monat.

Spanien vs. Nordeuropa: Vergleich Ruhestandskosten

Position (monatlich, Paar)Spanien (Küste)NordeuropaErsparnis
Miete (2-Zi-Wohnung)500–800 €1 200–2 000 €50–60 %
Lebensmittel300–400 €500–800 €40–50 %
Essen gehen (Menü für zwei)25–40 €70–120 €60–70 %
Bier in der Bar2–3 €6–9 €65–70 %
Private Krankenversicherung50–150 €/PersonIn Steuer enthalten/200 €+Variabel
Heizkosten (jährlich)200–400 €1 500–3 000 €80–85 %

Soziales Leben: Sie sind nicht allein

Eine der größten Sorgen beim Ruhestand im Ausland ist Isolation. In den beliebten Rentnergebieten Spaniens ist das wirklich kein Problem — mit minimalem Aufwand.

Clubs und Vereine

Jede größere Rentnerregion hat Clubs für Wandern, Golf, Boule, Bridge, Lesen, Malen, Fotografie, Weinverkostung und mehr. Viele sind nationalitätenbezogen (skandinavische Clubs, britische Social Clubs, deutsche Stammtische), andere international. Royal British Legion, International Women's Clubs, Lions und Rotary haben aktive Niederlassungen an den Costas.

Kirchen und Gemeindegruppen

Anglikanische, katholische, skandinavisch-lutherische und konfessionsfreie Gemeinden sind ebenso soziale Treffpunkte wie Gotteshäuser. Sonntagsgottesdienste auf Englisch, Deutsch, Norwegisch, Schwedisch und Finnisch sind in Rentnergebieten üblich.

Ehrenamtliches Engagement

Tierschutzvereine, Charity-Shops, Tafeln und Umweltgruppen leben weitgehend von Rentnern aus dem Ausland. Age Concern España, HELP Vega Baja und ähnliche Organisationen bieten Leistungen für ältere Expats UND Möglichkeiten zur Mitarbeit. Eine der besten Methoden, ein soziales Netz aufzubauen und im Ruhestand Sinn zu finden.

Sprachtandem

Intercambio-Gruppen (Sprachtandem) sind sehr beliebt — Sie lehren Englisch (oder Deutsch oder Niederländisch) und die Einheimischen lehren Sie Spanisch. Gesellig, kostenlos und wirklich nützlich.

Praktische Aspekte

Auto fahren

EU-Führerscheine gelten in Spanien. Sie sollten Ihren Führerschein nach der Anmeldung bei der DGT (Dirección General de Tráfico) registrieren — formal vorgeschrieben und praktisch wichtig für Verlängerungen (in Spanien alle 10 Jahre, oder alle 5 Jahre ab 65 mit medizinischer Untersuchung). Wenn Sie ein Fahrzeug aus einem anderen EU-Land mitbringen, haben Sie 6 Monate für die Ummeldung (matriculación) — mit Importsteuer und neuen Kennzeichen. Viele Rentner finden es einfacher, das alte Auto zu verkaufen und vor Ort eines zu kaufen.

Sprache

Kann man ohne Spanisch in Spanien in den Ruhestand gehen? Ehrlich gesagt ja — in den großen Expat-Gebieten. Torrevieja, Fuengirola und Benidorm funktionieren bestens auf Englisch. Aber Ihr Leben wird ungleich besser, schon mit Grundkenntnissen. Arztbesuche, Behördenkontakt, Stromrechnungen verstehen, mit Nachbarn plaudern — alles leichter mit Spanisch. Die meisten Städte bieten erschwingliche Spanischkurse, und Ihr Rentnerzeitplan lässt Ihnen Zeit zum Hingehen.

Bürokratie

Spaniens Bürokratie ist legendär, und Rentnerstatus macht es nicht einfacher. Sie brauchen: NIE-Nummer (Steueridentifikation), Empadronamiento (Anmeldung im Rathaus), grüne EU-Anmeldebescheinigung, Anmeldung beim Gesundheitssystem, beim Finanzamt, Eröffnung eines spanischen Bankkontos. Jeder Schritt bedeutet Termine (cita previa), Papierkram und Geduld. Rechnen Sie mit 2–3 Monaten für die Einrichtung. Ein gestor (Verwaltungsagent, ca. 200–500 €) kann vieles davon übernehmen — gut investiertes Geld.

Banken

Eröffnen Sie früh ein spanisches Konto. Sie brauchen es für Lastschriften der Nebenkosten, Hausgeld und den Rentenbezug. Die meisten EU-Renten lassen sich kostenlos per SEPA-Überweisung direkt auf ein spanisches Konto auszahlen. Sabadell, CaixaBank und Bankinter haben in Expat-Gebieten englischsprachiges Personal. Online-Banken wie Openbank (Santanders Digitalbank) erheben keine Kontoführungsgebühren.

Klima und gesundheitliche Vorteile

Es geht nicht nur um Komfort — das Klima beeinflusst die Gesundheit im Ruhestand tatsächlich. Studien zeigen konsistent, dass Rentner im Mittelmeerklima erleben:

  • Weniger Gelenkschmerzen: Wärme und geringere Luftfeuchtigkeit lindern Arthrose-Symptome. Viele berichten von deutlicher Besserung innerhalb von Monaten nach dem Umzug.
  • Bessere Herz-Kreislauf-Gesundheit: Mehr Zeit draußen, mehr Spaziergänge, ganzjährig mehr Bewegung.
  • Bessere psychische Gesundheit: Saisonale affektive Störung (SAD) ist in Nordeuropa weit verbreitet. Spaniens 300+ Sonnentage eliminieren sie praktisch.
  • Aktiverer Lebensstil: Bei Sonne und 18 °C im Januar geht man spazieren. Bei Dunkelheit und -5 °C nicht.
  • Mediterrane Ernährung: Frisches Gemüse, Olivenöl, Fisch und maßvoller Weingenuss. Gesundheitsvorteile sind gut dokumentiert.

Die WHO sieht Spaniens Lebenserwartung als eine der höchsten weltweit — durchschnittlich 84 Jahre. Die Kombination aus Klima, Ernährung, sozialer Kultur und Versorgungsqualität trägt unmittelbar dazu bei.

Schritt für Schritt: So gelingt der Ruhestand in Spanien

12–18 Monate vorher

  • Regionen recherchieren — im Winter besuchen (nicht im Sommer), um echtes Klima und Aktivitätsniveau zu sehen
  • Renteneinkommen berechnen und DBA zwischen Ihrem Land und Spanien prüfen
  • Grenzüberschreitenden Steuerberater im Heimatland UND einen asesor fiscal in Spanien konsultieren
  • Mit Grundspanisch anfangen

6–12 Monate vorher

  • S1-Formular bei der Gesundheitsbehörde Ihres Landes beantragen
  • Immobilien recherchieren — erst ein Jahr mieten vor dem Kauf erwägen
  • Rentenzahlung klären (auf spanisches Konto überweisen möglich?)
  • Umfassende private Krankenversicherung für die Übergangsphase
  • Unterlagen ordnen: apostillierte Geburts-/Heiratsurkunden, Rentenbescheide, medizinische Unterlagen

Erster Monat in Spanien

  • NIE-Nummer (Número de Identidad de Extranjero) beantragen
  • Anmeldung im Rathaus (empadronamiento)
  • Grüne EU-Anmeldebescheinigung
  • Spanisches Bankkonto eröffnen
  • S1 beim INSS registrieren und Gesundheitskarte abholen
  • Hausarzt-Anmeldung (centro de salud)

Erste 3 Monate

  • Lastschriften für Nebenkosten einrichten
  • Führerschein bei der DGT registrieren
  • Gestor und/oder asesor fiscal finden
  • Clubs, Vereinen oder Ehrenamtsgruppen beitreten
  • Region erkunden — Märkte, Restaurants, Strände, Wanderwege
  • Spanischkurse beginnen (oder fortsetzen)

Bis Ende des ersten Jahres

  • Erste spanische Steuererklärung abgeben (Modelo 100) — Frist 30. Juni
  • Entscheiden: langfristig mieten oder Immobilie kaufen
  • Setup überprüfen: Gesundheit, Banken, Versicherung, soziales Leben
  • Dauerhafte Aufenthaltsberechtigung erwägen (möglich nach 5 Jahren)

In Spanien in den Ruhestand zu gehen ist kein Sprung ins Ungewisse — es ist ein gut ausgetretener Pfad, den Hunderttausende Europäer vor Ihnen genommen haben. Die Infrastruktur existiert, die Gemeinschaften existieren, die Systeme existieren. Das Einzige, was Sie mitbringen müssen, ist die Bereitschaft, ein wenig Papierkram zu erledigen, und die Offenheit für ein anderes Lebenstempo.

Häufige Fragen

Gesundheitsversorgung für Rentner in Spanien?

Das ist die wichtigste Sorge der Rentner — und das zu Recht. Die gute Nachricht: Spaniens Gesundheitssystem zählt zu den besten Europas. Die Frage ist, wie Sie Zugang bekommen. Das S1-Formular: Ihr Schlüssel zum spanischen öffentlichen Gesundheitssystem.

Wenn Sie EU/EWR-Staatsrentner sind, ist das S1-Formular (früher E121) Ihr wichtigstes Dokument. Es wird vom rentenzahlenden Land ausgestellt und teilt Spanien mit: „Wir übernehmen die Gesundheitskosten dieser Person." Sie registrieren es bei Ihrem örtlichen INSS-Büro (Instituto Nacional de la Seguridad Social) in Spanien und erhalten eine spanische Gesundheitskarte (tarjeta sanitaria) mit vollem Zugang zum öffentlichen System.

Rentenbesteuerung: Welches Land besteuert Sie?

Hier wird es kompliziert — und hier ist professionelle Beratung unverzichtbar. Das Grundprinzip: die allgemeine Regel.

Werden Sie steuerlicher Resident in Spanien (mehr als 183 Tage pro Jahr), darf Spanien Ihr weltweites Einkommen besteuern. Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Spanien und Ihrem Heimatland verhindern, dass dasselbe Einkommen doppelt besteuert wird.

Beste Regionen für Rentner?

Nicht jede Ecke Spaniens passt gleich gut für Rentner. Die besten Ruhestandsorte kombinieren erschwingliches Leben, gute Gesundheitsversorgung, etablierte Expat-Gemeinschaften, milde Winter und praktische Infrastruktur. Die Top-Auswahl: Torrevieja und Orihuela Costa (Provinz Alicante).

Die unbestrittene Hauptstadt des europäischen Ruhestands in Spanien. Torrevieja und die umliegende Orihuela Costa (La Zenia, Villamartín, Playa Flamenca, Cabo Roig) haben die höchste Konzentration europäischer Rentner im Land. Gründe: sehr günstige Immobilien (Wohnungen ab 80 000–120 000 €), Salzseen mit angeblich gesundheitsfördernder Wirkung, mehrere internationale Kliniken, Supermärkte mit nordeuropäischen Produkten und eine riesige etablierte Gemeinschaft. Englisch, Deutsch und skandinavische Sprachen werden weit verbreitet gesprochen. Der Nachteil: In den Spitzengebieten fühlt es sich eher wie eine britische oder skandinavische Enklave an als wie Spanien. Wer authentische spanische Kultur sucht, sollte etwas weiter ins Landesinnere schauen.

Lebenshaltungskosten im Ruhestand?

Die entscheidende Frage: Kann man von einer europäischen Rente in Spanien gut leben? Für die meisten nordeuropäischen Rentner ist die Antwort ein klares Ja. Monatsbudget für ein Rentnerpaar (2026).

Position. Budget (€). Komfort (€). Premium (€). Miete / Hypothek. 500. 700. 1 000 Lebensmittel. 300. 400. 500 Restaurants / Unterhaltung. 150. 300. 500 Nebenkosten (Strom, Wasser, Internet). 180. 250. 350 Gesundheit (private Zusatzversicherung). 0. 120. 250 Transport (Auto + Kraftstoff). 100. 200. 300 Sonstiges. 100. 200. 300 GESAMT. 1 330. 2 170. 3 200

Wer schuldenfrei wohnt (wie viele Rentner nach dem Verkauf einer Immobilie in Nordeuropa), kann die Mietzeile streichen — ein Paar an der Costa Blanca lebt dann komfortabel mit 1 200–1 500 €/Monat.

Soziales Leben: Sie sind nicht allein?

Eine der größten Sorgen beim Ruhestand im Ausland ist Isolation. In den beliebten Rentnergebieten Spaniens ist das wirklich kein Problem — mit minimalem Aufwand. Clubs und Vereine.

Jede größere Rentnerregion hat Clubs für Wandern, Golf, Boule, Bridge, Lesen, Malen, Fotografie, Weinverkostung und mehr. Viele sind nationalitätenbezogen (skandinavische Clubs, britische Social Clubs, deutsche Stammtische), andere international. Royal British Legion, International Women's Clubs, Lions und Rotary haben aktive Niederlassungen an den Costas.

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